Vergleich von WDVS und Verblendschale am KS-Mauerwerk
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Rohbau

Teil von Wie wählen Sie Mauersteine und den passenden Wandaufbau?

Wie unterscheiden sich Wärmedämmverbundsystem und Verblendschale?

WDVS und Verblendschale am KS-Mauerwerk: Aufbau, Befestigung, Putz und Feuchteschutz vergleichen, U-Werte für zweischalige Wände richtig einordnen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beim einschaligen KS-Mauerwerk mit WDVS trägt die Wand, dämmt die Dämmebene und schützt der Außenputz.
  • Bei der zweischaligen Wand übernimmt die Verblendschale den Witterungsschutz, die Dämmung liegt dazwischen.
  • WDVS ist nur als zugelassenes Gesamtsystem einsetzbar; einzelne Komponenten sind nicht frei austauschbar.

Zwei Wandaufbauten mit klarer Aufgabenverteilung

Beide Konstruktionen gehen vom gleichen tragenden Kalksandstein aus, trennen die Funktionen aber unterschiedlich. Beim WDVS übernimmt das KS-Mauerwerk mit dem Innenputz die statische und luftdichte Funktion, die Dämmebene den Wärmeschutz und der Außenputz den Witterungsschutz. Die Verblendschale arbeitet dagegen zweischalig: Vor dem tragenden Mauerwerk sitzt eine Schale aus Kalksandstein-Verblendern, dazwischen liegt die Wärmedämmung. Dieses Verblendmauerwerk schützt nach Angabe des Planungshandbuchs hervorragend gegen Schlagregen (Vergleich beider Außenwandkonstruktionen).

Entscheidend ist, dass das WDVS nicht als Sammlung einzelner Bauteile funktioniert. Jede Variante muss als Gesamtsystem für ihren Anwendungsbereich über eine Europäisch technische Bewertung oder eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung geprüft sein. Ein Austausch einzelner Komponenten ist nur mit Zustimmung im Einzelfall möglich. Die Verblendschale regelt ihr Verhalten dagegen über die konstruktive Ausbildung der Schale. Wer zwischen beiden schwankt, sollte daher zuerst klären, ob ein zugelassenes System oder eine gemauerte Vorsatzschale zum Vorhaben passt.

Wärmeschutz: U-Werte aus der Tafel für zweischaliges Mauerwerk

Für die zweischalige KS-Außenwand mit Wärmedämmung nennt die U-Wert-Tafel des Kapitels 5 konkrete Werte. Sie gelten für die dort beschriebenen Aufbauten mit 0,175 m Kalksandstein der Rohdichteklasse 1,8 und einer 0,115 m dicken KS-Verblendschale. Die folgende Auswahl zeigt, wie stark die Dämmstoffdicke den U-Wert senkt.

Systemdicke Dämmung U-Wert bei λ 0,032 W/(m·K) U-Wert bei λ 0,035 W/(m·K)
41,0 cm 10 cm 0,27 W/(m²·K) 0,29 W/(m²·K)
47,0 cm 16 cm 0,18 W/(m²·K) 0,19 W/(m²·K)
51,0 cm 20 cm 0,15 W/(m²·K) 0,16 W/(m²·K)

Die Tabelle zeigt einen klaren Zusammenhang: Mit wachsender Dämmstoffdicke sinkt der U-Wert, und eine niedrigere Wärmeleitfähigkeit verbessert ihn zusätzlich (U-Werte zweischaliger Wandaufbauten). Für die Berechnung sind ausschließlich Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit anzusetzen. Bei anderen Steindicken oder Rohdichteklassen ergeben sich nach Angabe der Quelle nur geringfügig andere U-Werte. Für das WDVS liefert die Quelle an dieser Stelle keine vergleichbare Wertetafel, weshalb hier kein direkter Zahlenvergleich möglich ist.

Befestigung, Putz und Feuchteschutz beim WDVS

Die Befestigungsart richtet sich nach Ebenheit und Tragfähigkeit des Untergrundes sowie nach der Querzugfestigkeit der Dämmung. Möglich sind verklebte, verklebte und verdübelte sowie über Schienensysteme befestigte Varianten. Beim Kleben muss eine Haftzugprüfung eine Abreißfestigkeit von 0,08 N/mm² erreichen. Bei EPS-Dämmplatten ist mindestens ein Klebeflächenanteil von 40 Prozent erforderlich, Mineralwolle-Lamellen sind vollflächig zu verkleben.

Für den Witterungsschutz gilt eine klare Putzregel. Bei mittlerer und hoher Schlagregenbeanspruchung muss ein wasserabweisender Putz auf die Dämmebene, mit einem Wasseraufnahmekoeffizienten von höchstens 0,5 kg/(m²·h^0,5), einer diffusionsäquivalenten Luftschichtdicke von höchstens 2,0 m und einem Produkt daraus von höchstens 0,2 kg/(m·h^0,5). Bei geringer Schlagregenbeanspruchung entfallen diese Anforderungen. Der Tauwassernachweis nach DIN 4108-3 gilt bei dieser Schichtenfolge als entbehrlich.

Beim Feuchteschutz ist eine saubere Trennung wichtig. Die Fassadenwahl entscheidet nicht über den Schutz erdberührter Bauteile. Feuchtigkeit im Untergeschoss entsteht häufig erst durch sommerliches Lüften, wenn warme Außenluft in kühlen Räumen abkühlt (Tauwasser durch sommerliches Lüften). Dagegen helfen Lüftungsverhalten und zusätzliche Maßnahmen, nicht die Dämmebene der Außenwand.

Häufige Fragen

Wann ist ein WDVS auf KS-Mauerwerk sinnvoll? Wenn der Untergrund eben und tragfähig genug ist und ein für den Anwendungsbereich zugelassenes Gesamtsystem gewählt wird. Die Befestigungsart folgt aus Untergrund, Dämmstoff und Windsogbeanspruchung.

Wann passt die zweischalige Wand mit Verblendschale? Wenn eine gemauerte Außenschale gewünscht ist, die Schlagregen abhält und der Wärmeschutz über die Dämmung zwischen den Schalen läuft. Die U-Werte hängen von Dämmstoffdicke und Wärmeleitfähigkeit ab.

Sind einzelne WDVS-Komponenten austauschbar? Nur wenn eine Zustimmung im Einzelfall vorliegt. Sonst gilt die Zulassung des Gesamtsystems mit ihren Vorgaben zu Untergrund, Befestigung und Putzaufbau.

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