Planungshilfe zur Abdichtung erdberührter Kalksandsteinwände nach DIN 18533
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Rohbau

Teil von Wie wählen Sie Mauersteine und den passenden Wandaufbau?

Mauerwerk gegen Feuchtigkeit anhand der Raumnutzung planen

Erdberührte Wände planen: Bodenfeuchte, Sickerwasser, Stauwasser und Grundwasser unterscheiden, Abdichtungsebenen zuordnen und die passende Schutzebene wählen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Abdichtungsnorm DIN 18533-1 trennt Bodenfeuchte, Sickerwasser, Stauwasser, Schichtenwasser und Grundwasser begrifflich.
  • Kapitel 14 des Kalksandstein-Planungshandbuchs ordnet die Abdichtung erdberührter Bauteile ausdrücklich nicht den Maßnahmen gegen Sommerkondensation zu.
  • Zwei konkrete Ebenen sind belegt: die Querschnittsabdichtung der KS-Wand und die Fußpunktabdichtung der Verblendschale.

Die Begriffe der Abdichtungsnorm

Wer erdberührte Wände plant, muss zuerst klären, welches Wasser überhaupt ansteht. Nach Tafel 1 des Planungshandbuchs verwendet die Norm DIN 18533-1 die Begriffe Bodenfeuchte, Sickerwasser, nicht drückendes Wasser auf Deckenflächen, Stauwasser sowie Grundwasser und Schichtenwasser. Diese Trennung ist keine Wortklauberei, sondern die Grundlage jeder weiteren Entscheidung. Die Begriffe der Abdichtungsnorm sind dort ausführlich gegenübergestellt.

Bodenfeuchte ist Haft- und Kapillarwasser. Sickerwasser bewegt sich schwerkraftbedingt im Boden nach unten, Stauwasser bildet sich in der Arbeitsraumverfüllung über gering durchlässigem Untergrund. Schichtenwasser wiederum steht seitlich an und wird in DIN 18533-1 dem Grundwasser gleichgestellt. Grundwasser und Schichtenwasser gelten damit begrifflich als Druckwasser. Wer die fünf Quellen zusammenwirft, plant die falsche Schutzebene.

Warum Sickerwasser keine Dränung braucht

Sickerwasser liegt in der ungesättigten Bodenzone in Saugspannung vor. Es haftet an den Bodenkörnungen und übt nach der Darstellung des Planungshandbuchs keinen Druck auf erdberührte Wände aus. Deshalb lässt sich Sickerwasser auch nicht in Dränleitungen fassen. Nur in der gesättigten Bodenzone fließendes Wasser kann nach dieser Quelle in Dränungen abgeleitet werden.

Für Planer bedeutet das eine klare Trennung: Eine Dränung ersetzt keine Abdichtung, und Sickerwasser ist kein Druckwasser. Sobald Wasser ansteht und drückt, wechselt die Schutzebene. Stauwasser hängt dabei nicht allein von der Bodendurchlässigkeit ab, sondern vom Verhältnis der infiltrierenden Niederschlagsmenge zur Bodendurchlässigkeit. Die Zuordnung von Feuchtigkeitsquelle, Schutzebene und Norm macht diesen Zusammenhang nachvollziehbar.

Zwei belegte Abdichtungsebenen

Das Planungshandbuch dokumentiert zwei konkrete Abdichtungen. Für Kalksandsteinwände im Keller bei Erddruckbeanspruchung empfiehlt Kapitel 3 mineralische Dichtungsschlämme (MDS) nach DIN 18533-3 als Querschnittsabdichtung. Bitumendachbahnen mit Rohfilzeinlage (R 500) sind für eine Dünnbettfuge nicht geeignet und nur in der Dickbettfuge unterhalb der Wand einsetzbar.

Für zweischalige Außenwände kommt die Fußpunktabdichtung hinzu. Verblendschalen sind nicht wasserdicht; Niederschlagswasser läuft an der Schalenrückseite ab und muss dort nach außen abgeleitet werden. Die Dichtung wird an der tragenden Hintermauerschale lagesicher verwahrt und außen nahezu bis an die Vorderkante der Verblendschale geführt. Eine zusätzliche mechanische Fixierung nach DIN 18533 kann am oberen Rand entfallen. Details dazu stehen in den Regeln zur Fußpunktabdichtung und zum Sockelbereich.

Zuordnung von Quelle zu Schutzebene

Die folgende Übersicht ist eine eigene Planungshilfe, keine Normtabelle. Sie ordnet die im Planungshandbuch beschriebenen Begriffe den dort genannten Ebenen zu.

Feuchtigkeitsquelle Druckverhältnis Dokumentierte Schutzebene
Bodenfeuchte Saugspannung Abdichtung erdberührter Bauteile nach Nutzung
Sickerwasser Saugspannung keine Dränung, erdberührte Abdichtung
Stauwasser Druck über Luftdruck erdberührte Abdichtung, ggf. Dränung
Schichtenwasser Druckwasser wie Grundwasser
Grundwasser Druckwasser Druckwasserabdichtung

Wer diese Zuordnung im Kopf hat, erkennt früh, welche Detailfragen das Bauvorhaben wirklich braucht. Der geotechnische Nachweis und die konkrete Druckwasserprognose bleiben Aufgabe von Fachleuten mit geohydraulischen Kenntnissen.

Querschnitt und Fußpunkt in der Planung

Die Querschnittsabdichtung sitzt im Wandquerschnitt und schützt die KS-Wand bei Erddruckbeanspruchung. Andere Mauersperrbahnen als die genannte R 500 benötigen für tragendes Mauerwerk eine allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt. Für ungeschütztes Mauerwerk im Erdreich empfiehlt das Planungshandbuch KS-Vollsteine mindestens der Festigkeitsklasse 20; im Frostbereich sind frostwiderstandsfähige Vollsteine zu verwenden.

Die Fußpunktabdichtung am Sockel folgt einer anderen Logik: Sie fängt das hinter die Verblendschale gelaufene Wasser ab. Stößt die Fußpunktabdichtung unterhalb der Geländeoberkante an versickerungsfähigen Baugrund, kann das Wasser nach außen abgeleitet werden. Der angrenzende Baugrund sollte eine ausreichende Versickerungsfähigkeit aufweisen, damit keine kapillar aufsteigende Feuchte in der Verblendschale entsteht. Ein Wassersack darf nicht entstehen, Längsstöße der Bahnen sollten verklebt werden.

Sommerkondensation ist ein anderes Thema

Die Norm für Bauwerksabdichtung beschreibt Maßnahmen gegen andere Feuchtigkeitsquellen nur als Hinweise. Sommerliche Kondensation in kühlen Untergeschossen lässt sich nicht mit einer erdberührten Abdichtung lösen. Warme Außenluft kühlt in kühlen Räumen ab, kann weniger Wasserdampf speichern und schlägt Tauwasser an Bauteiloberflächen nieder. Schon eine hohe relative Luftfeuchtigkeit kann für Schimmelpilzbildung ausreichen, auch ohne sichtbares Tauwasser.

DIN 18533-1 gibt nach dieser Quelle nur Hinweise auf Maßnahmen, die über die Abdichtung hinausgehen, etwa Wärmedämmung, Beheizung, Belüftung oder Raumlufttrocknung. Daraus folgt für die Planung: Beide Ebenen getrennt betrachten. Wer ein feuchtes Untergeschoss allein über eine neue Wandabdichtung lösen will, greift zu kurz. Die Abgrenzung zwischen Abdichtung und Feuchtigkeit aus anderen Ursachen ist im Handbuch ausdrücklich beschrieben.

Häufige Fragen

Was unterscheidet Sickerwasser von Stauwasser?

Sickerwasser liegt in Saugspannung vor und übt keinen Druck aus. Stauwasser steht unter Druck über dem atmosphärischen Luftdruck und bildet sich in gesättigter Bodenzone über relativ gering durchlässigen Schichten.

Wann ist eine Dränung sinnvoll?

Nur in der gesättigten Bodenzone fließendes Wasser lässt sich in Dränungen fassen. Sickerwasser kann nach dieser Quelle nicht gedränt werden, weil es in der ungesättigten Zone an Bodenkörnungen haftet.

Welche Abdichtung ist für Kalksandstein im Keller belegt?

Für Kalksandsteinwände im Keller bei Erddruckbeanspruchung empfiehlt Kapitel 3 mineralische Dichtungsschlämme nach DIN 18533-3.

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